
13. August 2025
Klimaneutrale Mobilität und die Sicherstellung eines leistungsfähigen Verkehrsnetzes sind zentrale Ziele des Bündnis für Mobilität in Nordrhein-Westfalen. Um dies zu realisieren bedarf es motivierter Fachkräfte in allen Mobilitätsbereichen. Der Bedarf ist groß etwa im Schienenpersonennahverkehr (SPNV), dem öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) und dem Güterverkehr. Viele Initiativen und Qualifizierungsmaßnahmen, die auch vom Land NRW unterstützt werden, sorgen für einen möglichen Quereinstieg und bieten maßgeschneiderte Ausbildungen für jede Zielgruppe, um dem Fachkräftemangel zu begegnen.
Der Beruf als Lokführerin oder Lokführer bietet eine Jobperspektive mit Zukunft. Eine sinnstiftende Aufgabe, die ab dem ersten Tag gebraucht wird. Als Quereinsteiger kann man mit einer Qualifizierungsmaßnahme bereits nach zwölf Monaten auf der Schiene unterwegs sein. „Ich komme eigentlich aus dem Handwerk und hab mich 2016 für einen Quereinstieg zum Triebfahrzeugführer entschieden. Ich habe damals etwas gesucht, was auch zukunftssicher ist. Hätte ich diese Perspektive vorher gekannt, wäre ich diesen Weg schon früher gegangen“, sagt Marc Kluth in der aktuellen mobiliTalk Podcast-Folge, heute Leiter der Triebfahrzeugführer bei der RheinRuhrBahn.
So läuft der Quereinstieg üblicherweise ab:
Die wesentliche Eckdaten:
Mit der Beschäftigungsoffensive hat das Land zwischen September 2023 und Dezember 2024 NRW mehr als 500 neue Lokführerinnen und Lokführer für den SPNV in die Qualifizierung gebracht. In diesem Jahr sollen 700 weitere Plätze folgen. Mit einem Einstiegsgehalt von mindestens 3.400 Euro brutto will die Branche dabei einen finanziellen Reiz für einen Quereinstieg setzen. Eine schnelle Übersicht über aktuell offene Stellen bei den Bahnen in NRW bietet diese Jobkarte.
Große Busflotten sorgen in NRW täglich für die Mobilität von Millionen Menschen – in Städten wie im ländlichen Raum. Auch diese Branche ist stetig auf der Suche nach Fachkräften. Warum ein Job hinter dem großen Lenkrad Spaß macht, aber auch welche Herausforderungen damit einhergehen, erklärt Busfahrerin Hülya Görel in der aktuellen mobiliTALK Podcast-Folge. „Der erste Moment, in dem ich im Bus saß, die erste Fahrstunde, war Wahnsinn. Das war wirklich ein tolles Gefühl. Und dieses Gefühl hält sich bis heute“, sagt Görel.
Viele Verkehrsunternehmen bieten gezielte Ausbildungspakete, bei denen in kurzer Zeit die nötige Qualifikation erworben werden, um auf den Straßen in NRW unterwegs sein zu können. Der Einstieg in Hülya Görels Job begann mit Erwerben des Führerscheins der Klasse D (oder DE), für den man mindestens 21 Jahre alt sein muss. Zudem sind der Führerschein der Klasse B und eine ärztliche Bescheinigung nötig. Danach geht es in die eigentliche Grundqualifikation Personenverkehr. Zunächst absolvieren die Teilnehmenden 140 Unterrichtseinheiten Theorie, in denen Verkehrsrecht, Fahrzeugtechnik, Kundenkommunikation und Umweltbewusstsein auf dem Lehrplan stehen. Im Anschluss folgen 160 Einheiten Praxis: Fahrsimulator-Übungen, Linienfahrten in Stadt und Land, Notfallmanagement und Fahrstunden zählen dazu.
Viele Verkehrsunternehmen bieten beschleunigte Modelle (rund drei Monate Vollzeit) für Menschen mit Erfahrung oder berufsbegleitende Varianten mit Abend- und Online-Modulen an. Darüber hinaus ergänzen Seminare zu Deeskalation, Erster Hilfe und technischer Wartung das Programm. Den Abschluss bilden eine Theorieprüfung und eine praktische Fahrprüfung.
Die wesentlichen Eckdaten:
Auch der Güterverkehr ist ein wichtiger Baustein der Mobilitätswende und für das Funktionieren der Wirtschaft. Gleichermaßen ist er ein wichtiger Schlüssel auf dem Weg Richtung Klimaneutralität. Auch Logistikunternehmen qualifizieren gezielt und sind dabei offen für den Quereinstieg unterschiedlichster Berufsprofile. Spezifische Qualifizierungen für den Bereich der Logistik werden zum Beispiel bei der Logistik Akademie Nordrhein-Westfalen sowie bei weiteren Bildungsträgern angeboten.
Mit berufsbegleitendem After-Work-Training können Teilnehmende dabei innerhalb von zwei Monaten Grundkenntnisse aus Speditionsabläufen, Waren- und Bestandsmanagement erwerben (LAN-Zertifikat). Für tiefergehende IHK-Lehrgänge – beispielsweise „Fachkraft für Güterverkehr und Logistik“, „Verkehrsfachwirt/in“ oder „Fachkraft für Lagerlogistik“ – planen Quereinsteigende drei bis sechs Monate Vollzeit oder Teilzeit ein. Ziel ist es, durch anerkannte Abschlüsse und Mentoring-Programme eine reibungslose Übernahme in den laufenden Betrieb zu ermöglichen.
Die wesentlichen Eckdaten:
Ob auf der Schiene, im Bus oder beim Gütertransport – der Berufseinstieg oder Quereinstieg in die Mobilität bietet Sicherheit, gesellschaftliche Relevanz und gute Verdienstmöglichkeiten.
Wie familienfreundlich ist ein Job im Schichtdienst? Welche politischen Maßnahmen sollen den öffentlichen Nahverkehr in den nächsten Jahren stärken? Und was bewegt die Menschen zu einem beruflichen Quereinstieg in die Bahn- und Bus-Branche? In der mobiliTALK-Folge sprechen Busfahrerin Hülya Görel und Triebfahrzeugführer Marc Kluth über ihren Weg zum ÖPNV. Gemeinsam mit Moderator Tobias Häusler blicken sie hinter die Kulissen ihrer abwechslungsreichen Berufe, sensibilisieren für diese wichtigen Jobs und erzählen von ihren schönsten Erlebnissen in Bus und Bahn.

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