
02. Oktober 2025
NRW ist auf zuverlässige Mobilitäts- und Logistiksysteme angewiesen – sei es, damit die Menschen im Land sicher ihre Ziele erreichen oder damit Waren und Güter effizient transportiert werden können. Um dies in Zukunft nachhaltiger und digital vernetzt zu gestalten, setzen Land und EU gezielt auf innovative Ideen. Ein Blick auf drei Projekte, die zeigen, wie vielfältig die Lösungen für die Mobilitätswende in Nordrhein-Westfalen aussehen können.
Im Rahmen des Innovationswettbewerbs „NeueWege.IN.NRW“ werden Projekte gefördert, die zu einer klimafreundlichen und zukunftsfähigen Mobilität und Logistik beitragen. Dabei liegt der Schwerpunkt auf Verbundvorhaben von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) und Forschungseinrichtungen oder Hochschulen, da diese von zentraler Bedeutung für die Entwicklung des Standorts NRW sind. In drei Runden konnten Projekte eingereicht werden, die den Fokus beispielsweise auf intermodale Mobilitätslösungen, neue Technologien, digitale Anwendungen oder intelligente Systeme legten. Wie vielseitig die Umsetzungsmöglichkeiten sind, zeigt ein Blick auf drei Projekte des Wettbewerbs, die bereits die Förderbewilligung erhalten haben.
Der Wettbewerb wird im Rahmen der EU- Strukturförderung EFRE/JTF-Programm NRW 2021-2027 federführend durch das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr (MUNV) in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (MWIKE) umgesetzt.
Die Gepäckbe- und -entladung am Flughafen effizienter gestalten, um so ein angenehmeres Reiseerlebnis zu schaffen und insbesondere Flughafenpersonal zu entlasten: Das ist das Ziel des Projekts „AGfürNBA“ in Paderborn. Bei sogenannten Schmalrumpfflugzeugen wird das Gepäck üblicherweise manuell gehändelt – ein Prozess, der körperlich anstrengend ist und ein Risiko für Verzögerungen der Abläufe am Flughafen birgt. Im Rahmen von AGfürNBA wird deshalb ein Gepäckhandlingsystem entwickelt, das künftig dank Robotertechnik die Gepäckbe- und -entladung automatisieren soll. Teil des Projekts ist ein Prototyp, der in einer realen Umgebung am Innovationsflughafen Paderborn zum Einsatz kommt.

Wie lassen sich Güter zwischen Unternehmen in suburbanen Räumen besser und klimaneutral zustellen? Die Antwort des Projekts „SIDDA“ lautet: mit einem hochautomatisierten intermodalen Drohnennetzwerk. Der weitestgehend ungenutzte untere Luftraum in Gewerbegebieten birgt ein hohes Potenzial, besonders im Verbund mit straßengebundenen Verkehrsträgern. Bei SIDDA wird deswegen erforscht, wie ein Drohnennetzwerk entwickelt und in bestehende Logistiknetzwerke integriert werden kann. Dabei geht es u. a. um den Aufbau und Einsatz statischer und mobiler Micro-Hubs, die zu einer Drohnenairline konfiguriert werden sollen. SIDDA wird bei drei Anwendungspartnern erprobt, insbesondere im verkehrlich derzeit stark belasteten Ort Lüdenscheid. Dabei wird auch evaluiert, wie sich das Projekt übertragen lässt – damit dank umweltfreundlicher Verkehrsträger Logistikprozesse verbessert werden und so der Wirtschaftsstandort NRW gestärkt wird.
Das Forschungsprojekt „VALESTRA“ verfolgt das Ziel, autonome Straßenbahnfahrten im Betriebshof zu realisieren – dort, wo keine Personen befördert werden und dennoch viele Fahrzeugbewegungen manuell stattfinden, zum Beispiel beim Rangieren oder auf der Fahrt zum Waschplatz. Dank einer Kombination aus Radar- und Ultraschallsensoren sollen voll-autonom fahrende Straßenbahnen ermöglicht werden: Die Sensoren beobachten den Gefahrenraum vor dem Fahrzeug, verorten Hindernisse und lösen so autonome Fahrbefehle aus, um zum Beispiel im Gefahrenfall zu stoppen. Getestet werden soll das Projekt im Bochumer Straßenbahndepot der BOGESTRA. Ein erster wichtiger Schritt in Richtung autonomer Straßenbahnen auch für den Personenverkehr.
Die drei Projekte machen deutlich: Die Zukunft der Mobilität in NRW wird von Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Vernetzung geprägt sein. Das Land NRW beweist mit seiner Innovationsförderung, dass die Mobilitätswende nicht nur ein politisches Schlagwort ist, sondern mit konkreten Maßnahmen und Projekten aktiv gestaltet wird. Die Verbindung von Technologie, ökologischer Verantwortung und ökonomischer Vernunft liefert die Blaupause, wie eine moderne, nachhaltige Mobilität im einwohner- und verkehrsstärksten Bundesland Deutschlands aussehen kann. Gleichzeitig werden die großen Herausforderungen unserer Zeit, wie Klimawandel und Fachkräftemangel, adressiert.

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