
12. März 2026
In Nordrhein-Westfalen treffen Sanierung und Modernisierung auf hohe Verkehrslast – umso wichtiger ist es, Baustellen verkehrsträgerübergreifend abzustimmen und Informationen früh nutzbar zu machen. TIC‑Kommunal schafft ein gemeinsames Lagebild; neue Kartenangebote geben Reisenden zusätzliche Orientierung.
Baustellen gehören zur Realität einer alternden Infrastruktur in Nordrhein-Westfalen. Die Frage ist deshalb immer häufiger nicht mehr, ob gebaut wird, sondern wie Baustellen geplant, abgestimmt und kommuniziert werden. Wenn mehrere Baumaßnahmen gleichzeitig auf wichtigen Verkehrsachsen liegen oder Umleitungen kollidieren, entstehen zusätzliche Staus, Kosten und Risiken – für Pendlerinnen und Pendler, für Logistik und für den Wirtschaftsstandort NRW. Hier setzt die optimierte, verkehrsträgerübergreifende Baustellenkoordination an: Baustellen sollen nicht mehr isoliert geplant, sondern als Teil eines gemeinsamen Lagebilds betrachtet werden. Mit TIC‑Kommunal (Traffic Information Center) gibt es in NRW bereits eine landeseigene Plattform, die Kommunen und weitere Verkehrsakteure bei der integrierten Planung unterstützen soll. Bisher wird sie vielerorts nur zögerlich genutzt. Das soll sich durch eine verbindlichere Datengrundlage ändern.
Mit der geplanten Novelle des Straßen- und Wegegesetzes Nordrhein-Westfalen (StrWG NRW) soll die Nutzung einer Baustellenkoordinierungsplattform ab dem 1. Januar 2027 für alle zuständigen Stellen verpflichtend werden. Dabei bleibt die Wahl des Systems grundsätzlich offen: Neben dem landeseigenen Traffic Information Center (TIC‑Kommunal) können auch andere Lösungen genutzt werden, sofern die erforderlichen Daten an MOBIDROM übermittelt werden. Dort werden die Informationen zu einem landesweiten Datensatz gebündelt und über den Nationalen Zugangspunkt für Mobilitätsdaten (Mobilithek des Bundes) sowie für Dritte bereitgestellt.
Wo Baustellen isoliert geplant werden, entstehen Konflikte: Wichtige Achsen und Umleitungsstrecken überlagern sich, Reisezeiten werden unzuverlässig, und die Belastung für Verkehr, Wirtschaft und Anwohnende steigt. Gerade weil in NRW unter hoher Verkehrslast viel saniert und modernisiert wird, braucht es eine verkehrsträgerübergreifende Koordination, die Baustellen als Teil eines gemeinsamen Lagebilds betrachtet und Informationen frühzeitig für Beteiligte und Öffentlichkeit nutzbar macht. Davon profitieren mehrere Gruppen zugleich: Für beteiligte Behörden und Organisationen schafft ein gemeinsames Lagebild die Grundlage, um Konflikte zwischen Maßnahmen früh zu erkennen und Abstimmungen über Zuständigkeiten hinweg zu vereinfachen. Die Wirtschaft gewinnt Planbarkeit für Touren, Lieferketten und Umleitungsrouten.
Damit Koordination in der Praxis funktioniert, braucht es einen gemeinsamen Datenraum – genau dafür ist TIC‑Kommunal gedacht. Die Baustellenkoordinationsplattform wird von der Landesverkehrszentrale von Straßen.NRW im Auftrag des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr NRW entwickelt und betrieben und richtet sich an Kommunen, Kreise und weitere zuständige Stellen. Aktuell wird das Portal nicht von allen Kommunen und zuständigen Stellen genutzt; durch die geplante Gesetzesänderung verspricht sich das Land NRW eine breitere und verlässlichere Nutzung. „Das System kann sein Potenzial nur entfalten, wenn alle mitmachen. Dann werden Baustellen nicht länger isoliert geplant, sondern sind Teil eines gemeinsamen Lagebilds. In Zeiten, in denen wir mit Hochdruck sanieren und vor zahlreichen Baustellen im Stau stehen, ist das wichtiger denn je“, bringt es Verkehrsminister Oliver Krischer bei einem Besuch in der Landesverkehrszentrale in Leverkusen auf den Punkt.
TIC‑Kommunal bringt dafür praxisnahe Funktionen mit – vom schnellen Eintragen im Webportal über die gemeinsame Kartenansicht bis zur strukturierten Veröffentlichung der Informationen für weitere Systeme. Einstieg, Registrierung und Schulungen laufen über Straßen.NRW.
Auch Endkundinnen und Endkunden profitieren, wenn Baustellendaten gebündelt und als maschinenlesbare Meldungen bereitgestellt werden: Dann können Dritte wie Navigationsdienste, Verkehrsinformationsanbieter und Medien Verkehrsteilnehmende frühzeitig informieren. Baustelleninformationen werden dadurch verlässlicher, weil sie konsistent in Verkehrsinfos, Portale und Navigationsdienste einfließen und die Reiseplanung unterstützen. Weitere Hintergründe zum Thema Baustellen finden Endkundinnen und -kunden unter www.baustellen.nrw.de. Eine interaktive Übersicht über aktuelle und geplante Baustellen auf den nordrhein-westfälischen Straßen bietet das Verkehrsportal Verkehr.NRW.
Auch im NRW-SPNV entsteht ein neues, nutzerfreundliches Angebot mit Fokus auf Endkunden: Unter baustellenueberblick.zuginfo.nrw können Reisende seit Kurzem geplante Großbaustellen mit starken Auswirkungen auf den Schienenpersonennahverkehr in Nordrhein-Westfalen auf einer interaktiven Jahreskarte einsehen. Die Karte liefert eine frühe Erstinformation, wenn detaillierte Verkehrskonzepte noch nicht vorliegen, und hilft damit insbesondere Pendlerinnen und Pendlern bei der längerfristigen Planung. Angezeigt werden zentrale Eckdaten wie Streckenabschnitt, Zeitraum und betroffene Linien, die Übersicht wird regelmäßig aktualisiert und lässt sich per Zoom und Filtern gezielt durchsuchen. Entwickelt wurde der digitale Baustellenüberblick von den SPNV-Aufgabenträgern VRR, NWL und go.Rheinland gemeinsam mit dem Kompetenzcenter Integraler Taktfahrplan NRW (KCITF).
Straßen.NRW
Straßen.NRW plant, baut und betreibt die Bundes- und Landesstraßen in Nordrhein-Westfalen und arbeitet im Baustellenmanagement organisationsübergreifend an digitalen Plattformen zur Koordination. Über die Landesverkehrszentrale entwickelt und betreibt Straßen.NRW das System TIC-Kommunal zur digitalen Erfassung und Abstimmung verkehrlich relevanter Baustellen.
MOBIDROM
MOBIDROM bündelt Mobilitätsdaten zu einem landesweiten Datensatz und stellt diese – unter anderem über den nationalen Zugangspunkt Mobilithek – für Dritte bereit. Damit unterstützt MOBIDROM, dass Informationen wie Baustellenmeldungen in digitalen Auskunfts- und Informationsdiensten genutzt werden können.

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