
12. Dezember 2025
Wie macht Mobilität unseren Alltag wirklich besser? Mit dem Mobilitätspreis.NRW zeichnen wir Projekte und Initiativen aus, die die Mobilität in unserem Land spürbar einfach, flexibel und klimafreundlich machen. Das Online-Voting fiel in diesem Jahr eindeutig aus: Mit 42 Prozent der Stimmen setzte sich „Triangel – das Radwege-3-Eck im Kreis Steinfurt“ klar gegen vier weitere Final-Projekte durch und wird dafür mit 15.000 Euro Preisgeld unterstützt. Verkehrsminister Oliver Krischer hat den glücklichen Gewinnern persönlich die gläserne Trophäe überreicht – verdienter Rückenwind für ein Projekt, das den Alltag von rund 160.000 Menschen erleichtert.
Wie überrascht das Gewinnerteam von seinem Sieg war, beschreibt uns Udo Schneiders, Leiter des Amts für Planung, Naturschutz und Mobilität beim Kreis Steinfurt:
Die Triangel ist die erste durchgehende Veloroute im Kreis Steinfurt. Auf rund 62 Kilometern verbindet sie Kommunen über ehemalige Bahntrassen und ausgebaute Wirtschaftswege. Bevorrechtigte Fahrradstraßen mit drei Metern Breite geben Raum und Ruhe. Durch Adaptive Solarleuchten kann man die Strecken auch in der Dämmerung gefahrlos nutzen. Eine intelligente Rad-Ampel nimmt Wartezeiten raus. Und die Anbindung an den SPNV sorgt dafür, dass Rad und Bahn zusammen gedacht werden. Entscheidend: Es bleibt nicht bei Asphalt und Technik. Monitoring, Mobilitätsmanagement und begleitende Kampagnen holen die Menschen ab – vom Berufsweg bis zur Feierabendrunde. Davon profitiert auch der Tourismus.
Die Wirkung ist belegt: Der Radverkehrsanteil stieg im Projektgebiet von 28 Prozent (2011) auf 31 Prozent (2022). Außerdem spart die Triangel pro Jahr 370 Tonnen CO₂ durch den Umstieg vom Auto aufs Rad ein.
Vorbildcharakter hat auch die Organisation: Der Kreis Steinfurt hat die Initiative ergriffen, die Kommunen eingebunden und Verantwortung gebündelt – mit klaren Standards, konsequenter Umsetzung und kontinuierlichem Nachsteuern durch Management und Monitoring. Diese Verbindlichkeit macht Triangel übertragbar: Als modulares Konzept kann sie in anderen Regionen adaptieret und weiterentwickelt werden. Udo Schneiders hat die Top drei-Tipps für interessierte Kommunen, die ähnliches umsetzen wollen, zusammengefasst:
Mit dem Gewinn und 15.000 Euro Preisgeld bekommt die Triangel neuen Schwung: Konkret plant der Kreis Steinfurt für das kommende Frühjahr eine neue Öffentlichkeitsinitiative, um noch mehr Menschen zur regelmäßigen Nutzung der Triangel zu motivieren. Perspektivisch soll die Route weiter ausgebaut werden, Daten und Schnittstellen besser ineinandergreifen und die begleitenden Maßnahmen weiterlaufen. Das Ziel bleibt ein Radverkehr, der nicht nur mitläuft, sondern klar Vorrang bekommt.
Auf Platz zwei folgt bonus mobil – Sauber fahren, Kohle sparen (Ruhrbahn GmbH). Die App ist das erste Bonusprogramm eines Verkehrsunternehmens, das konsequent auf Gamification setzt, um die Nutzung klimafreundlicher Verkehrsmittel zu steigern. Platz drei belegt Verkehrswende in Essen (Universität Münster, Institut für Didaktik der Geographie). Das Schulprojekt rückt radfahrende Jugendliche in den Fokus, integriert ihre Perspektiven in die Planung und erhebt fehlende Nutzungsdaten. Neben der Auszeichnung erhalten die Gewinnerprojekte 10.000 Euro (Platz zwei) und 5.000 Euro (Platz drei).

Das ist immer das Spannende beim Mobilitätspreis: dass wir sehen, dass es Gruppen, Verwaltungen, Institutionen, Unternehmen gibt, die sich Gedanken darüber machen: ‚Wie könnte ich meinen Teil beitragen?‘ Nicht, indem ich sage: ‚Die Landesregierung soll mal machen‘ oder ‚der Landrat soll mal machen‘. Der Höhepunkt der ganzen Veranstaltung ist es definitiv allein schon, wenn man sieht, mit was für einer Leidenschaft die Menschen, die ihre Projekte einreichen, diese vertreten – mit was für einem Feuer sie sich vorstellen.
Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen
Foto: © Simon Bierwald/INDEEDPhotography
Der Mobilitätspreis.NRW wurde im Rahmen des Mobilitätstag.NRW 2025 verliehen: Unter dem Motto „Gemeinsam voran – Neue Wege für unsere Mobilität“ diskutierten rund 300 Gäste in Düsseldorf die zentralen Hebel, um NRW als Vorreiter für leistungsfähige, flexible und klimafreundliche Mobilität zu stärken: effiziente Strukturen, attraktive Angebote und Wissenstransfer in den Alltag. Parallel haben zahlreiche Zuschauerinnen und Zuschauer im Livestream an der Fachkonferenz teilgenommen. Die gesamte Preisverleihung können Sie sich in der Mediathek des Mobilitätstag.NRW 2025 anschauen. Dort finden Sie außerdem die Aufzeichnungen der weiteren Veranstaltungspunkte der Hauptbühne.
Headerbild: © Simon Bierwald/INDEEDPhotography

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