
06. August 2026
Das Ziel einer gelungenen Verkehrsplanung lässt sich leicht zusammenfassen: Verkehr soll so gestaltet werden, dass Menschen und Güter sicher, effizient und umweltfreundlich von A nach B gelangen. Wie dies erreicht werden kann? Durch Planungen, die alle Verkehrsmittel in den Blick nehmen, langfristig ausgerichtet sind und vorausschauend umgesetzt werden.
Bei der Aufgabe, Verkehrssysteme strategisch zu organisieren, kommen zahlreiche Aspekte zusammen: Zum einen geht es darum, die Verkehrswende voranzutreiben und so die Klimaziele im Verkehr zu erreichen. Gleichzeitig gilt es, die Lebensqualität der Menschen mitzudenken und gesellschaftliche Teilhabe durch Mobilität zu ermöglichen. Und schließlich müssen wirtschaftliche Gesichtspunkte berücksichtigt werden. Es geht also um ein Zusammenspiel aus Verkehr, Raum- und Stadtplanung sowie Umwelt, bei dem alle Verkehrsmittel berücksichtigt werden – vom Rad- und Fußverkehr über den ÖPNV bis hin zum Straßen- und Güterverkehr.
Wie lässt sich der Verkehrsraum so gestalten, dass alle Menschen mit Auto und Rad sicher und zufrieden an ihr Ziel kommen? Darüber tauschen sich die Gäste unserer neuen mobiliTALK-Podcastfolge aus: Alike Schwarz, Pressesprecherin des ADFC NRW, und Prof. Dr. Roman Suthold, Leiter des Fachbereichs Verkehr und Umwelt beim ADAC Nordrhein e. V., sprechen über die aktuelle Situation und mögliche Maßnahmen zur Verbesserung.
Als Werkzeug für die Verkehrsplanung in Nordrhein-Westfalen wurde das multimodale Landesverkehrsmodell NRW erstellt. Dieses dient als digitales Abbild des Verkehrsgeschehens – für das Analysejahr 2015 und das Prognosejahr 2035. Im Modell sind unter anderem folgende Daten enthalten:
Das Landesverkehrsmodell NRW verknüpft diese Daten miteinander, um so Prognosen zum erwarteten Verkehrsgeschehen zu erstellen. Basierend darauf werden unter anderem die Bedarfspläne für ÖPNV, Landesstraßen und Radschnellverbindungen des Landes Nordrhein-Westfalen aufgestellt. So können Infrastrukturprojekte langfristig koordiniert und priorisiert werden.
ÖPNV-Bedarfsplan
Im ÖPNV-Bedarfsplan werden der streckenbezogene Aus- und Neubau der spurgebundenen ÖPNV-Infrastruktur, d. h. für den Schienenverkehr, Seilbahnen und ggf. Oberleitungsbus- und Bus-Rapid-Transit-Systeme, dargestellt. Die wesentlichen Bestandteile sind Neu- und Ausbaumaßnahmen, die Elektrifizierung von Bahnstrecken sowie die Reaktivierung stillgelegter Strecken.
Landesstraßenbedarfsplan
Der Bedarfsplan umfasst Neu- und Ausbauprojekte von Landesstraßen, die sich in der Baulast des Landes NRW befinden. Ziel ist unter anderem, Ortsdurchfahrten von Durchgangsverkehren zu entlasten oder Kapazitäten im bestehenden Landesstraßennetz bedarfsgerecht zu erweitern, etwa durch einen vierspurigen Ausbau.
Bedarfsplan für Radschnellverbindungen des Landes
Der Radschnellverbindungsbedarfsplan definiert Verbindungen zwischen Zentralen Orten, bei denen besonders viel Radverkehr zu erwarten ist und der Einsatz des Radschnellweg-Ausbaustandards wirtschaftlich sinnvoll ist. Die Radschnellverbindungen stellen somit die höchste Kategorie der Radverkehrsinfrastruktur dar und werden in ein Netz aus Radvorrangrouten und Radwegen eingebettet.
Künstliche Intelligenz bietet vielfältige Einsatzmöglichkeiten – auch in der Verkehrsplanung. Ein Beispiel ist die intelligente Verkehrssteuerung: Sowohl in Düsseldorf als auch in Dortmund werden derzeit KI-gestützte Ampelsysteme aufgebaut, die in Echtzeit auf die Verkehrslage reagieren und so den Verkehr flüssiger und sicherer steuern sollen. Auch bei der Instandhaltung von Infrastruktur kann KI zum Einsatz kommen: Im Rahmen eines Pilotprojekts werden Brücken mit Sensorik ausgestattet, die verschiedene Daten an eine KI übermittelt. Diese analysiert die Messwerte, erkennt Muster und weist so vorausschauend auf Sanierungsbedarf hin.

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