
27. August 2025
Die Mobilitätswende und die Sensibilisierung für den öffentlichen Verkehr beginnen schon im Kindesalter. Im Idealfall sind Kinder sicher, selbstständig und klimafreundlich unterwegs. Dazu braucht es gezielte Vorbereitung. Schulen, Verkehrsunternehmen und Initiativen setzen auf innovative Programme, Wettbewerbe und Aufklärung.
Viele Kinder nutzen den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) erstmals auf dem Weg zur weiterführenden Schule. Damit sie sich dabei sicher fühlen, hat sich der Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) etwas Besonderes überlegt. Beim Projekt Bus- und Bahn-Detektive wird Kindern spielerisch vermittelt, wie sie Bus und Bahn richtig nutzen: Die jungen Fahrgäste lernen, wie sie Fahrpläne lesen, Tickets kaufen und sich im Fahrzeug sowie an Haltestellen richtig verhalten. Dafür gibt es Arbeitsblätter und Handlungstipps für den Umgang mit Bus und Bahn. Diese wurden für die Klassen drei und vier entwickelt. In dieser Altersgruppe soll das sichere und eigenständige Unterwegssein im Rahmen der Verkehrserziehung und der Mobilitätsbildung gestärkt werden.
Auch das schulische Mobilitätsmanagement trägt dazu bei, dass Kinder frühzeitig lernen, sich sicher, eigenständig und auch umweltfreundlich im Straßenverkehr zu bewegen. Dazu gehören u.a. Unterrichtseinheiten, praktische Übungen und die Zusammenarbeit mit Eltern und lokalen Behörden, um sichere Schulwege zu schaffen.
Aktionen wie das Projekt „Geh-Spaß statt Elterntaxi“ des vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr in Nordrhein-Westfalen geförderten Zukunftsnetzes Mobilität sollen Kinder motivieren, zu Fuß zur Schule zu gehen. Die Idee des Projekts: Kinder und Jugendliche sollen sich sicher und frei in ihrem Umfeld bewegen können. Grundvoraussetzung dafür sind verkehrssichere Wege. Auch hier setzt das schulische Mobilitätsmanagement an. Es trägt dazu bei, den Verkehr rund um Schulen sicherer und umweltfreundlicher zu gestalten. Durch das Projekt sollen Verkehrsstaus vor Schulen reduziert, die Sicherheit erhöht und die Gesundheit der Kinder gestärkt werden.
Im Projekt „Up to you! Bus&Bahn machen Schule“ haben sich seit 2001 über 50 Verkehrsunternehmen im Raum Ostwestfalen-Lippe zusammengeschlossen, um in Zusammenarbeit mit der Polizei, den Schulen und der Bezirksregierung Detmold verkehrspädagogische Angebote zu entwickeln. Dabei werden vor allem Kompetenzen im Bereich Zivilcourage und soziale Fähigkeiten vermittelt, die für die regelmäßige Nutzung des ÖPNV gleichermaßen wichtig sein können.
Durch das Mitwirken einer so großen Zahl von Verkehrsunternehmen konnte ein flächendeckendes Angebot mit hoher Reichweite im vielfach ländlich strukturierten Raum Ostwestfalen-Lippe erzielt werden. Die BVO Busverkehr Ostwestfalen GmbH hat das Projekt initiiert und den Grundstein für dieses regionsweite Netzwerk gelegt.
Temporäre Spielstraßen, Laufbusse oder auch Projekttage zur Verkehrserziehung gehören gleichermaßen zu den Maßnahmen, die Schulen und Kommunen gemeinsam umsetzen.
Neben der Nutzung von Bus und Bahn spielt das Fahrrad eine zentrale Rolle für klimafreundliche Schulwege. Ein herausragendes Beispiel ist der Wettbewerb Schulradeln NRW. Hier sammeln Schülerinnen und Schüler gemeinsam Kilometer mit dem Fahrrad – für ihre Schule und für das Klima. Im Jahr 2024 beteiligten sich über 95.000 Kinder und Jugendliche und radelten zusammen mehr als 11,6 Millionen Kilometer. Auch in diesem Jahr ist die Beteiligung groß. Knapp 87.000 Radelnde von mehr als 1.500 Schulen stehen schon wieder kurz vor der 11 Millionen Kilometer-Marke und der Wettbewerb läuft noch bis Ende September.
Es ist sinnvoll, Kinder und Jugendliche frühzeitig für die Themen Klimaschutz und Verkehrssicherheit zu sensibilisieren. Die Teilnahme am Schulradeln und am Wettbewerb soll dazu motivieren und beitragen und dazu mehr Bewegung in den Schulalltag bringen.
Indem sie vom Auto-Rücksitz auf das Fahrrad umsteigen, leisten Schülerinnen und Schüler einen eigenen Beitrag zum Klimaschutz. Gleichzeitig werden sie fit gemacht für das Radeln im Alltag.
Und auch die ganz Kleinen können für das Thema Verkehrssicherheit sensibilisiert werden. Interessierte Kindertagestätten können über die Website des Ministeriums unter folgendem Link kostenlose Sicherheitsüberwürfe bestellen: www.umwelt.nrw.de/verkehr/nahmobilitaet/verkehrssicherheit.
Klimaschutz
Der Schienenpersonennahverkehr in NRW ist klimafreundlich, vor allem im Bereich der elektrisch betriebenen Fahrzeuge - und stößt weniger CO2-Emissionen aus als der Auto- oder Flugverkehr. Wer früh lernt, auf Bus, Bahn oder Fahrrad umzusteigen, leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.
Selbstständigkeit
Kinder, die eigenständig unterwegs sind, gewinnen an Selbstvertrauen und Orientierungssicherheit. Sie lernen, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen.
Partizipation und Vorbildfunktion
Kinder werden aktiv in Planung und Umsetzung von Projekten einbezogen und erleben, wie sie selbst wirksam werden können. Einrichtungen wie KlimaKita.NRW unseres Bündnispartners NRW.Energy4Climate zeichnen sich für besonderes Engagement aus und fungieren als Vorbilder.
In den 1990er Jahren fand ein Paradigmenwechsel statt: Die klassische Verkehrssicherheitserziehung in der Schule, die vor allem durch eine Verkehrssicherheitsorientierung im Straßenverkehr geprägt war, wurde ergänzt um Aspekte einer umfassenden Mobilitätserziehung. Sie problematisiert auch das multimodale Verkehrsverhalten und betrachtet Aspekte des Klimaschutzes. Dieser Ansatz findet sich mittlerweile in den Lehrplänen aller Bundesländer wieder. Eine gute Übersicht über Akteure, einzelne Projekte sowie bundesweite Ansätze finden Sie auch auf der Seite Mobil.NRW.

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